Planungen zur Entwicklung der Nördlichen Wallhalbinsel in Lübeck

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Redakteur
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Die Entwicklung der Nördlichen Wallhalbinsel in Lübeck wird seit Jahren diskutiert.. Vor zwei Jahren bekam die Projektgruppe Initiative Hafenschuppen die Möglichkeit, ein eigenes Konzept zu erarbeiten. Das liegt jetzt vor.  Das in den vergangenen zweieinhalb Jahren von der Projektgruppe Initiative Hafenschuppen (PIH) unter breiter öffentlicher Beteiligung entwickelte Konzept für eine behutsamen Revitalisierung der Nördlichen Wallhalbinsel (kurz “PIH-Konzept”) wurde am Dienstag der Bürgermeisterkanzlei der Hansestadt Lübeck zugestellt. Parallel wurde das Angebot der Käufergemeinschaft übersandt, die sich das Konzept zu eigen machen und umsetzen will. Diese Käufergemeinschaft hat sich hierfür in der PIH Entwicklungs- und Erschließungsgesellschaft mbH (kurz PIH EuE GmbH) zusammengeschlossen, die am 2. Dezember 2015 gegründet wurde.

Foto: PIH

Das PIH-Konzept und das Kaufangebot der PIH EuE GmbH wurden der Hansestadt Lübeck mit der Bitte übergeben, die für dessen Umsetzung beziehungsweise für die Anhandgabe der zugrundeliegenden Liegenschaften erforderlichen Beschlüsse der Lübecker Bürgerschaft herbeizuführen.

Laut Bürgerschaftsbeschluss vom 26. September 2013 ist vorgesehen, dass bis zum Ende des Jahres 2015 ein Nutzungs- und Entwicklungskonzept eingereicht werden kann, auf dessen Basis eine behutsame Entwicklung des gesamten Areals unter der Maßgabe der weitestgehenden Erhaltung der fünf historischen Kaischuppen auf der Nördlichen Wallhalbinsel ermöglicht werden soll.

Die gedruckte Ausgabe des Konzepts kann als 116-seitige Broschüre über den Buchhandel für vier Euro erworben werden – so bei Adler, Buchfink, Hugendubel, Langenkamp, Makulatur, im Pressezentrum, bei Tautenhahn und der Rathausbuchhandlung Otto.



Die Kernpunkte:

In den historischen Kaischuppen A bis D und F ist ein Mix aus Wohnen und Gewerbe sowie kulturellen und sozialen Einrichtungen vorgesehen. Der Wohnanteil beträgt 40 Prozent und wird in Schuppen B und in Teilen von Schuppen F mit zweigeschossigem Ausbau realisiert (etwa 5.000 Quadratmeter Wohnfläche). Kulturelle und soziale Nutzungen werden in den Schuppen A, C und Teilen von Schuppen D und untergebracht. Schuppen A erhält eine Spielstätte für angewandte Popkultur und ein Musikzentrum mit Probe- und Produktionsräumen der Deutschen Rockmusik Stiftung. Schuppen C bleibt Veranstaltungsort für das Festival Kunst am Kai, wird Ausweichspielstätte für das Schleswig-Holstein Musikfestival und mit weiteren kulturellen Angeboten nachhaltig belebt. In Schuppen D bleibt die Werfthalle und Ausbildungsstätte des Vereins Gesellschaft für Weltkulturgut Hansestadt Lübeck e. V. erhalten, der sowohl mit der Jugendbauhütte Lübeck als auch mit dem medizinisch-therapeutischen Projekt des Vereins DagNy e. V. im Schuppen F kooperiert. Die südlichen Flächen im Schuppen D und F sind für kleingewerbliche Handelsgeschäfte, für traditionelles Lübecker Kunsthandwerk, für eine Mischung aus Wohnen und Arbeiten des Kreativgewerbes sowie für maritime Dienstleistungen im Zusammenhang mit der im Hansahafen ab 2016 neu einzurichtenden Marina am Behnkai vorgesehen.

In den historischen Gebäuden erhöht sich die Bruttogrundfläche (BGF) von derzeit 15.600 Quadratmeter um 3.250 Quadratmeter inklusive des Kellers von Schuppen F. Für das Neubaufeld MI 4 südlich des Kaufmannsspeichers (media docks) wird ein Hotel mit 150 Zimmern vorgeschlagen, für das ein unter großer öffentlicher Beteiligung entwickelter Entwurf und ein Investor bereit stehen.

Für das Teilbaufeld südlich von Schuppen A wird ein Parkhaus vorgeschlagen, mit dem die 350 im öffentlichen Raum nachgewiesenen Stellplätze auf über 500 Stellplätze erhöht und durch Gewerbeflächen für Carsharing- Anbieter und Autovermieter sowie Büroflächen im Dachgeschoss ergänzt werden können.

Für das Teilbaufeld nördlich von Schuppen D wird ein Erbpachtvertrag über 30 Jahre mit dem Betreiber des Strandsalons vorgeschlagen, um hier eine Neuordnung der provisorischen Bebauung zu ermöglichen. In Verbindung mit einem 30-jährigen Pachtvertrag für Freiflächen kann so eine Planungs- und Investitionssicherheit gewährt und ein für Lübeck wertvolles Pachtverhältnis bewahrt werden.

Die Erschließungsplanung folgt dem bisherigen Konzept der Stadt mit einer Erschließungsstraße mit Ampelanbindung an die Kreisstraße, sieht jedoch den Erhalt von historischen Pflasteroberflächen und des alten Gleisfächers vor. Die Kosten werden anteilig von den alten und neuen Anrainern getragen, die Stadt wird von jeglichen Kosten freigehalten. Der konsolidierte Reingewinn für die Stadt beträgt auf Basis der gänzlich neu ermittelten Erschließungskosten und des vorliegenden Kaufangebots mindestens 900.000 Euro. Ferner erhält die Stadt kostenlos eine neu ausgebaute und erschlossene Straße mit öffentlichen Parkplätzen und gestalteten Freiflächen.

Am 2. Dezember 2015 wurde die PIH Entwicklungs- und Erschließungsgesellschaft mbH (kurz: PIH EuE GmbH) von 14 Gründungsgesellschaftern ins Leben gerufen. Dank einer zweckgebundenen Spende ist die Bürgerinitiative Rettet Lübeck (BIRL) ohne wirtschaftliche Interessen zu verfolgen an der Gesellschaft beteiligt, besitzt daher Mitwirkungsmöglichkeiten über die Gesellschafterversammlung. Die BIRL besitzt ferner ein Vetorecht in Gestaltungsfragen, soll also die Arbeit der Denkmalpflege übernehmen, soweit diese mangels Unterschutzstellungen nicht amtlich geleistet wird.

Die Gesellschaft bietet für die Käufergemeinschaft für die fünf Hafenschuppen A, B, C, D und F einen (unerschlossenen) Gesamtkaufpreis von 1,1 Millionen Euro. Weil sich die Entwicklung der Nördlichen Wallhalbinsel aus einer Hand anbietet und für das Rahmenkonzept der darüber hinaus vorhandenen (Teil-) Baufelder für Neubauten bereits Investoren und Nutzer finden konnten, ist die Gesellschaft bereit, auch die (Teil-) Baufelder zu übernehmen und zu entwickeln und bietet hierfür optional einen (erschlossenen) Kaufpreis von 1.850.000 Euro, um ein konsolidierte Ergebnis von 900.000 Euro für die Hansestadt Lübeck abzusichern.

Die Bürgerschaft – die Stadtvertretung- wird vermutlich im Februar über das Konzept beraten.

Presse PIH

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