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Jochen Biganzoli inszeniert Carl Maria von Webers Oper »Der Freischütz« am Theater Lübeck

Autor: Klaus Mittelstädt am 07.10.2018

Theater Lübeck

Am 12. Oktober hebt sich im Großen Haus der Vorhang für Carl Maria von Webers Oper »Der Freischütz«. Für die Inszenierung zeichnet Jochen Biganzoli und sein Team Wolf Gutjahr (Bühne) und Katharina Weissenborn (Kostüme), die in Lübeck mit »Lady Macbeth von Mzensk« und »Der ferne Klang« große Erfolge feierten und für »Lady Macbeth von Mzensk« für den renommierten Theaterpreis »DER FAUST« nominiert waren, verantwortlich. Angst entzweit Menschen – Kann sie auch Menschen verbinden? Agathe, Max und Kaspar jedenfalls sind in getrennten Angst-Welten unterwegs und rufen wahlweise Gott, den Teufel oder das Glück an. Liebe und Leben stehen auf dem Spiel, der letzte soziale Kitt einer ganzen Gemeinschaft bröckelt.

Foto: Klaus Mittelstädt


Wovor Menschen Angst haben, ergründen Regie-Team, Theater-Crew und Offener Kanal nicht nur auf der Bühne sondern auch in Stadt und Land: Stimmen und Stimmungen werden bei dieser »Freischütz«-Produktion erlebbar, die sich aus der Auseinandersetzung mit Webers Oper 2018 ergeben. Es besteht die Chance, in Räume einzutauchen, die scheinbar die eigene, scheinbar eine fremde Welt sind: Das Theater Lübeck erscheint in einem neuen Licht. Das Theater öffnet sich den vielfältigen »Wolfsschluchten« des Werkes – und öffnet die »Wolfsschluchten« einem Stadtdiskurs über Angst. Das Theater Lübeck als öffentlicher Raum in der Stadt ist ein idealer Ort, um gemeinsam große Gefühle nachzuempfinden und zu reflektieren.


Webers »Freischütz« wurde über weite Strecken seiner Erfolgsgeschichte als »Nationaloper« etikettiert – und als eine solche in den Dienst genommen. Dabei zeigt Weber Einsame, die sich Überlebenstechniken erfinden, um in einer rigiden Leistungsgesellschaft zu überleben. Von einer »Nationaloper« jedenfalls, die bestenfalls den Traum einer humanen, offenen Solidargemeinschaft entwirft, kann beim »Freischütz« nicht die Rede sein. Eine »Nation«, wie sie später oft unheilbringend die »Weltbühne« betreten sollte gab es zu Webers Lebzeiten nicht. In einer Zeit, da »Schwarz-Rot-Gold«, die offiziellen Farben der Bundesrepublik, vielfach in den Händen nationalistischer, rechter und rechtsextremer Gruppierungen anzutreffen sind, stellt sich die Frage neu, wie eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung gelingen kann.

»Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt?« So lautet der Satz auf dem Banner an der Theaterfassade in der Beckergrube. Viele Augenblicke im »Freischütz« lassen sich als Kampf mit der Angst und als Beschwörung angstfreier Räume erleben: »Durch die Wälder, durch die Auen… «, »Leise, leise, fromme Weise …« - Vielleicht ereignet sich an einem Opernabend manchmal, was sonst immer Utopie genannt werden muss: Überwindung der Angst.

Unter der musikalischen Leitung des Kommissarischen Generalmusikdirektors Andreas Wolf ist als Max der schweizerische Tenor Tobias Hächler zu erleben, der am Staatstheater Kassel bereits in vielen großen Partien zu hören war, darunter Pylades in »Iphigénie en Tauride«, Titus in »La clemenza di Tito«, Lenski in »Eugen Onegin« und Belmonte in »Die Entführung aus dem Serail«. Als Agathe wird das neue Ensemblemitglied María Fernanda Castillo ihre zweite Partie am Haus verkörpern.

Wer Max und Agathe und dem übrigen Personal des »Freischütz« noch etwas näher kommen möchte als im Parkett, wer mittendrin in Klang und Spiel sitzen möchte und das Theater aus einer ungewohnten Perspektive erleben möchte, der kann sich ab sofort an der Theaterkasse einen Erlebnisplatz sichern. Für einen Teil unseres Publikums hat das Theater Lübeck in der zweiten Hälfte der Aufführung Erlebnisplätze auf der Bühne eingerichtet. Für Speis und Trank ist gesorgt. Und keine Angst: Mitspielen muss das Publikum nicht. Treffpunkt: Wandelgang Parkettfoyer rechts, zum Ende der Pause. Hier sind die Tickets für die Erlebnisplätze erhältlich:


Beim Kauf der Theaterkarte für einen Vorstellungstermin von »Der Freischütz« an der Theaterkasse des Theater Lübeck erhält man auf Wunsch zusätzlich zu seiner Eintrittskarte ein kostenloses Ticket für einen Erlebnisplatz. Sofern die Karten bereits über eine andere Vorverkaufskasse gekauft wurden, kann man sich an der Theaterkasse des Theater Lübeck auch nachträglich – gegen Vorlage der Eintrittskarten – Tickets für Erlebnisplätze aushändigen lassen.

 


Musikalische Leitung A. Wolf Inszenierung J. Biganzoli

Bühne W. Gutjahr

Kostüme K. Weissenborn Chor J.-M. Krüger

Video K. Kästner

Mit C. Austin, M. F. Castillo, A. Shin, A. Stadel, I. Tarasova; M. An, T. Hächler, T. Konoshchenko, S. Kubach, G. Quinn;

Chor und Extrachor des Theater Lübeck;

Statisterie;

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

 

Premiere 12/10, 19.30 Uhr, Großes Haus

Weitere Termine 20/10, 31/10, jeweils 19.30 Uhr, u.a.

Theaterkasse 0451/399 600

Kartenkauf online www.theaterluebeck.de


Schlagworte:
theater lübeck

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